Leider lassen sich Unfälle bei Outdoor-Touren nie ganz vermeiden. Schnell ist man irgendwo ausgerutscht oder hängen geblieben und zieht sich unangenehme Schürfwunden und Kratzer zu. Für solche Fälle hat so ziemlich jeder ein Erste-Hilfe-Set dabei, allerdings reichen bei schwereren Verletzungen leider oftmals keine standardmäßigen Mullbinden und Pflaster. Bei einem Knochenbruch oder einer Verletzung mit großem Blutverlust sind die Meisten schnell überfordert und oft liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs schon etwas länger zurück.

Regel Nr. 1 bei stark blutenden Wunden ist, die Blutung schnellstmöglich zu stillen. Dafür verwendet man in der Regel einen Druckverband, die Reinigung der Wunde ist im ersten Moment eher sekundär. Vor allem bei Verletzungen der Schlagadern oder Arterien muss schnell gehandelt werden. Ist die Blutung erst einmal gestillt, muss sich der Erstversorger um die Reinigung der Verletzung kümmern. Zunächst verwenden Sie klares, kaltes Trinkwasser um die Wunde direkt auszuspülen. Achten Sie dabei darauf, dass Sie kein warmes Wasser verwenden, da dieses die Blutung wieder verstärken kann. Alle Groben Dreckpartikel, die nach intensivem Spülen immer noch vorhanden sind, sollten vorsichtig mit einer Pinzette entfernt werden und es empfiehlt sich auch tote Hautreste zu entfernen, da diese oft Hauptursache für Infektionen sind. Die korrekte Reinigung ist das Wichtigste zur Vermeidung von Infektionen es reicht also nicht einfach ein Desinfektionsmittel zu verwenden.
Dennoch darf man auf ein Antiseptikum unter keinen Umständen verzichten. Verwenden Sie allerdings keine aggressiven, altbackenen Mittel wie Chlor oder Alkohol, da solche auch nur teilgeschädigte Hautzellen angreifen und zerstören. Daher sollten Sie harmlosere Medikamente wie Betaisodona oder Kodan im Gepäck haben.. Sind diese Vorgänge abgeschlossen, gilte es nun die Wunde möglichst steril zu verbinden. Sollten sich keine Wundauflage oder Kompresse in Ihrem Erste-Hilfe-Set befinden, so gibt es noch die Möglichkeit ein Stück Stoff abzuschneiden und dieses nach 15 Minuten Kochen als Wundauflage zu verwenden.
Falls sich die Wunde trotz der Maßnahmen infizieren sollte, so wird dies normalerweise erst ein paar Tage später bemerkbar. Die Symptome sind in der Regel ein roter Rand um die Verletzung, Eiter, größerer Schmerz und auch fauliger Geruch unter dem Verband. In diesem Fall entfernen Sie zunächst den Verband oder das Pflaster, so dass Eiter ablaufen kann. Unter gar keinen Umständen darf der Eiter ausgedrückt werden. Dann spülen Sie die Verwundung erneut mit klarem Wasser und Desinfektionsmittel. Danach verbinden Sie die Verletzung erneut und erhöhen sie die Frequenz des Verbandwechsels (mind. 1-2 mal am Tag). Auch muss die Infektion ständig beobachtet werden. Befinden sich entzündungshemmende Antibiotika in Ihrem Erste-Hilfe-Set, können diese unter Beachtung der Packungsbeilage ebenfalls verordnet werden.
Entwickelt sich eine lokale Wundinfektion zu einer so genannten systemischen Infektion, beteht absolute Lebensgefahr. Das heißt nämlich, dass sich die Infektion im ganzen Körper ausgebreitet hat und man kann nur hoffen, dass sich der Verletzte in diesem Zustand spätestens in einem Krankenhaus befindet, da der Laie gegen diesen Zustand nichts ausrichten kann. Symptome dafür sind hohes Fieber, starke Schmerzen in der Wundregion und geschwollene Lymphknoten am ganzen Körper.
Je nach Schwere der Verletzung muss man entscheiden, ob der Verletzte sofort evakuiert werden muss, allerdings sollte man hierbei kein Risiko eingehen. Bei leichten Verletzungen reichen eventuell noch Erste-Hilfe-Maßnahmen, aber bei Infektionen, inneren Verletzungen ect. Muss dringend professionelle Hilfe hinzugezogen werden, da kein Erste-Hilfe-Set der Welt für derartige Probleme ausgestattet ist.
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