Nach SAZsport Ausgabe 9/14.4.2009 kennt die Expansionswut von Decathlon auch in Deutschland keine Grenzen. Mit Hilfe von undurchsichtiger Argumente sollen noch mehr Billigtempel geschaffen werden. Dies ruft aber immer mehr Gegner auf den Plan. Nach VDS und Sport 2000 bezog jetzt auch Intersport erstmals eindeutig Stellung. Der Stadtverwaltung Rostock, wo die Pläne bereits offen vorliegen, wurde durch Jens Kaczorak (Intersport Carré) ein Dokument vorgelegt um gegen Decathlon vorzugehen. Nachfolgend die wichtigsten Passagen aus diesem “denkwürdigen” Statement:

“Der französische Sport- und Bike-Billig-/SB-Anbieter Decathlon möchte 2010 im Gewerbepark Schutow einen großen Billigtempel mit 4.000 Qm Verkaufsfläche (mit Option auf 8.000 qm) eröffnen und dafür rund 5 Mio. EUR investieren. Zusätzlich lockt das Versprechen auf 90 neue Arbeits- und auch einige Ausbildungsplätze. Doch was bedeutet dies für die vorhandenen mittelständischen Sport-, Fahrrad- und Maritim-Händler?…

… Bereits mit Errichtung des Max-Bahr-Baumarktes und der Eröffnung von IKEA 2008 ist die Stadt Rostdock klar: den bisherigen immensen Kaufkraftabfluss in die ländlichen Randgemeinden Lambrechtshagen im Westen und Bentwisch im Osten zu stoppen und um zukehren. Höchst bedauerlich ist allerdings, dass von dieser Entwicklung der innnerstädtische Einzelhandel in keiner Weise profitieren wird, da mit der Erweiterung des Gewerbeparks Schutow eine Konkurrenz zu den Angeboten in der Innenstadt geschaffen wird. Gerade auch aufgrund der Entfernung zur Innenstadt kann nicht von einer funktionalen Verflechtung der beiden Standortbereiche ausgegangen werden. Somit widersprichtdiese Projektentwicklung der Stadt Rostock den Zielen der Raumordnung (Landesraumordnungsplan M-V 2005). Hierin wurde das Ziel, die Stärkung der Innenstädte, als raumplanerische Zielvorgabe formuliert.

Die Errichtung von 4.000 qm hoch-innenstadtrelevanter Sortimente schädigt deutlich stärker die Innenstadt, als dass es zur Umlenkung von Kaufkraftströmen aus dem Umland beiträgt. Bereits die IKEA-Ansiedlung mit innenstadtrelevanten Randsortimenten zielt in die falsche Richtung.

Die Fachmarkt-Zentren in Bentwisch und Lambrechtshagen entstanden aus einer “baurechtlichen Unsicherheitsphase” im Zuge der Wiedervereinigung und einem Mangel an Einzelhandels-Großflächen auf dem Rostocker Stadtgebiet. Fakt ist: Die Verkaufsflächendichte im Einzelhandel liegt in der Region Rostock heute weit über dem Bundesdurchschnitt, wobei die Einwohnerzahl kontinuierlich abnimmt. Bis 2020 wird mit einem Rückgang von 17.000 Einwohnern gerechnet. Der Kaufkraftindex liegt mit 85,6 weit unter dem Bundesdurchschnitt.

Dies führt bereits heute zu einem Verkaufsflächen-Überhang in den Randlage der Innenstadt sowie in den Stadtteillagen. Ein weiterer Sportfachmarkt wird aufgrund der Entwicklung die Ertragssituation der bestehenden Anbieter teilweise derart einschränken, dass Schließungen – vor allem der bestehenden, mittelständischen Marktteilnehmer – zu erwarten sind. Nachdem diese Strukturdaten auch Decathlon vorliegen, dürfte dessen Konzept klar sein: es setzt auf reinen Verdrängungs-Wettbewerb!

Betroffene Händler können die Ansiedlung wirtschaftlich nicht nachvollziehen und werfen der Stadt mangelnde Kommunikation vor … . Dass Decathlon die Personalkosten drückt, zeigt auch ein Blick in die Bilanz, wo nur ein Drittel der sonst üblichen Personalkosten ausgewiesen werden.

Und wie siegt es eigentlich mit der Gewerbesteuer aus? Die Decathlon-Zentrale sitzt in Lille, Frankreich!”

Decathlon

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2 Kommentare zu “Decathlon verdrängt Konkurrenz”

  1. mamitte sagt:

    machen die nicht auch quechua???

  2. tindog2009 sagt:

    Klar – das ist ihre Hausmarke.

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