1. Elferspitze
Abwechslungsreiche und lohnende Überschreitung der Elferspitze mit unzähligen Türmchen
und GratsteIlen und vielen kleinen Durchschlupfen und ausgesetzten Querungen, Aussicht auf den Habicht. Trittsicherheit und grundlegende Klettererfahrung (auch im Abstieg) erforderlich.
Vom Einstieg in mehreren Stufen auf einen Grat. Über Gehgelände und einen Aufschwung zu einem Spalt. Durch bzw. über diesen, dann steil einen Zacken hinunter in eine Einsattelung. Steil hinauf zu einem engen Spalt. Luftig über Türme und Grate zu einem Sattel. Querend in Gehgelände (Notausstieg nach Südosten). Durch steilen Kamin hinauf und wieder leichter hinunter. An einem Klemmblock vorbei zur EIferspitze. Vom Gipfel an der Kante steil mit Hilfe von Klammern hinunter und über einen Spreizschritt
auf einen luftigen Grat (B). Abschließend einen steilen Kamin hinab zum Ausstieg.

  • Anforderungen: B, stellenweise C, einige Kletterpassagen 1+ und 2-, etwa 1’/, Std. Kletterzeit, 600 Hm.
  • Zustieg: Von der Bergstation der Elferlifte (1800 m, 1’/, Std.) Zustieg auf gutem Weg zur Elferhütte, weiter über den Panoramaweg zum Zwölferniedersattel. Hier rechts abbiegen, je-doch den linken der beiden Pfade nehmen und entlang dem Kamm in wenigen Minuten zum Einstieg.
  • Abstieg: Vom Ausstieg in nordöstlicher Richtung in die Scharte östlich der Elfertürme. Dem Wegweiser folgend über Blockgelände und später durch Latschen zur Elferhütte. Weiter am Aufstiegsweg zur Bergstation absteigen.

2. Fernau Klettersteig
Klassisch schöner Klettersteig mit originellen und abwechslungsreichen Passagen. Sehr luftige und ausgesetzte Turnerei am Ostpfeiler des Egesengrats. Durchgehendes Drahtseil, Klammern und Trittbügel an den steilen Stellen.
• Anforderungen: Schwieriger Sportklettersteig, großteils B/C, eine Passage C/D, etwa 1,5 Std. Kletterzeit, 230 Hm.
• Zustieg: 15 Minuten von der Mittelstation der Stubaier Gletscherbahn (2290 m), den roten
Markierungen nördlich der Dresdner Hütte folgen.
• Abstieg: Vom Gipfel westlich dem Grat entlang, auf Steigspuren zu einem kleinen Bergsee, von diesem zurück zur Dresdner Hütte. Für den Abstieg ins Tal empfiehlt sich der Weg durch die wilde Grube (vom Grat in westlicher Richtung absteigen) oder, wenn mehr Zeit ist, auf dem landschaftlich eindrucksvollen Weg über den Mutterberger See ins Tal.

3. Fernau Express-Klettersteig

Sehr anspruchsvolle Klettersteiganlage nur für geübte Klettersteiggeher. Extrem schwierige Einzelsteilen und kaum vorhandene Rastmöglichkeiten erfordern viel Kraft. Trotz der geringen Wand höhe gehört dieser Klettersteig zu den schwierigsten Steiganlagen Österreichs.Wer schon am Einstieg Probleme hat, sollte auf jeden Fall umkehren! Der Steig verläuft links des Fernau-Klettersteigs und hat denselben
Zu- und Abstiegsweg. Für Kinder nicht geeignet. Durchgehendes Drahtseil, Klammern und Tritt-
bügel an den steilen Stellen. Anforderungen: Extrem schwieriger Klettersteig, zwei Stellen E, oft D und C/D, etwa 2 Std. Kletterzeit, 320 Hm.

4. Große Ochsenwand
Großartiger und langer Klettersteig, der zu den bedeutendsten Klettersteigen Osterrelchs zählt.
Bei aller Freude am schönen Aufstieg ist es wichtig, Kraft für den anstrengenden Abstieg zu sparen.
Die Route verläuft über den Südgrat der Großen Ochsenwand (2700 m). Schlüsselsteile am Einstiegsüberhang. Im Weiteren einige sehr steile Passagen, aber auch Gehgelände. Der Gipfelgrat mit anregendem Überstieg rundet das Gesamterlebnis positiv ab.

  • Anforderungen: C bis D, einige Kletterpassagen 1+, für Kinder nur mit Seilsicherung zu empfehlen, etwa 3 Std. Kletterzeit, 700 Hm.
  • Zustieg: Von der Bergstation Kreuzjoch der Schlick 2000 (2136 m) auf Forststraße, bis der Zustiegsweg (große Tafel) rechts abzweigt, über Schotterhalde zum Einstieg bei großem weiß- rotem Punkt (50 Min. ab Schlickeralm).
  • Abstieg: Vom Gipfel dem markierten Nordgrat folgen, versicherte Steilstufe (Klettersteigausrüstung und Helm am Gipfel anlassen), etwa 1,5 Std. bis zur Alpenklubscharte, ab hier markierter Weg zur Schlickalm.

5.lImspitze
Über die Südwestkante der Ilmspitze durch ein Labyrinth von steilen Platten, Türmen und Scharten zum Gipfel. Der Spreizschritt über eine tiefe Rinne, der Klemmblockkamin und der Ausstiegsgrat lassen keine Wünsche offen.

1. Teil: Über steiles Plattengelände aufwärts in gestuftes Gelände, leichte Linksquerung. Danach steiler Aufschwung und weitere gestufte Abschnitte. Rinnenartiger Kamin und schweres Steilstück. Von anschließender Scharte absteigen und über tiefe Spalte (Spreizschritt, B) zu steiler Wandstelle, danach leichteres, etwas brüchiges Gelände. Abzweigung zum “Abstieg” – rot markiert (Abstieg verläuft nach rechts).

2. Teil: Weitere steile Wandstelle, danach in leichterem Gelände nach links in schluchtartige Rinne. Großer Klemmblock am Ende der Rinne. Über letztes Steilstück und kurze Aufschwünge zum kleinen Gipfelplateau.

  • Anforderungen: Abis B, viele ausgesetzte Passagen C, auch der Abstieg ist stellenweise gesichert, etwa 1,5 Std. Kletterzeit, 280 Hm.
  • Zustieg: Vom Pinnistal: Von Neder auf der Forst- straße zur Pinnisalm und weiter zur Karalm (bis hierher auch mit MTB möglich), dann zur Innsbrucker Hütte (etwa 45 Min. länger als angegeben). Von dort über den Falkenstein zum Fuß der Ilmspitze (kurze steile Passagen, z.T. versichert, 1- und A). Der markierte Einstieg des Klettersteigs befindet sich bei einer markanten Materialhütte.
  • Abstieg: Über das obere Steigdrittel absteigen, dann nach rechts kurz den Versicherungen folgen. Ab deren Ende auf Steigspuren der Wand entlang. Eine kleine Schlucht ist dann wieder versichert. Weiter um eine Geländekante herum und über gestuftes, brüchiges Gelände in die große Schutthalde absteigen. Kurz in der Schutthalde linkshaltend abwärts bis zu einem Pfeiler, der den Schutt “aufstaut” (Markierung). Hier führt eine Klammerreihe steil über den Pfeiler hinunter. Nun weiter (Markierung und Versicherungen) kurz aufsteigen, undeine Kante und mit Hilfe zahlreicher Versicherungen in das parallele Schuttfeld. Den Markierunge folgend zuerst bergab, dann bergauf zum Einstieg zurück, 2,5 bis 4 Stunden.

Schwierigkeitsgrade der Klettersteige

A:  leicht                                                                                                                                                                                             B:  mittel                                                                                                                                                                                            C:  schwierig                                                                                                                                                                                     D:  sehr schwierig                                                                                                                                                                            E:  extrem schwierig

Ausrüstung

Alle genannten Klettersteige sind mit kompletter Klettersteigausrüstung (Gurt, Klettersteigset, Helm) zu gehen. Klettersteighandschuhe sind von Vorteil. Zusätzlich Sicherungsseil für schwächere Geher und Kinder!

Beste Jahreszeit

Juni-September, Oktober

Info vor Ort

Tourismusverband Stubai Tirol, Dorf 3, 6167 Neustift, Tel.: 0043/(0)50/1881-0,                                         Fax: 0043/(0)50/1881-199, info@stubai.at, www.stubai.at

Karten

  • AV-Karten, 31/1 Hachstubai, 31/5 Innsbruck/Umgebung, 1:25.000
  • freytag & berndt WK 241, Innsbruck-Stubai-Sellrain-Brenner, 1:50.000
  • Kompass-Wanderkarte 83 Stubaier Alpen, 1:50.000

Fachliteratur

  • Axel Jentzsch-Rabl. Extreme Klettersteige in den Ostalpen
  • Axel Jentzsch-Rabl/Andreas Jentzsch/Dieter Wissekal. Klettersteigführer Österreich
  • Kurt Schall. Klettersteig-Atlas Österreich
  • Csaba Szépfalusi. Alle Klettersteige in Tirol
  • Eugen E. Hüsler. Bruckmanns Kettersteigatlas Alpen

berg
Klettersteige in den Alpen: Die Stubaier Klettersteige

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